LTE Anbieter

Die Zeit drängt, denn schon 2011 sind erste LTE-Tarife und sogar LTE-Flatrates bei den großen Mobilfunkanbietern in Deutschland geplant. Die Voraussetzung für den Aufbau solcher schnellen Breitband-Netze ist, dass entsprechende Frequenzen für die Übertragung der Daten vorhanden sind. Die vier größten Mobilfunkanbieter nahmen daher Anfang April an einer großen Versteigerung von Mobilfunkfrequenzen teil.

Die vier Unternehmen T-Mobile, Vodafone, E-Plus und O2 waren daher an der Auktion zum Verkauf der begehrten 800 Mhz-Frequenzen beteiligt, jedoch sind nicht alle erfolgreich davongekommen. Alle Unternehmen waren interessiert, möglichst viele der angebotenen Frequenzpakete zu ergattern, da alle das lukrative Geschäft mit dem schnellen mobilen Internet über LTE rochen und man sich gute Gewinnmöglichkeiten mit LTE in naher Zukunft ausmalt.

Bei der größten Auktion für Nutzfrequenzen im Mobilfunkbereich seit der im Jahr 2000 stattgefundenen UMTS-Auktion erfüllten allerdings nicht alle der vier beteiligten Unternehmen ihre Erwartungen. E-Plus ging nämlich leer aus. Die drei anderen Teilnehmer T-Mobile, Vodafone und O2 ergatterten zu hohen Preisen jeweils zwei Frequenzpakete, während E-Plus von den insgesamt sechs Frequenzpaketen nicht ein einziges Paket ersteigern konnte.

Während die anderen drei Mobilfunkanbieter nun über je zwei Frequenzpakete verfügen und damit nun bereit sind, Investitionen zum Aufbau entsprechender Infrastrukturen für LTE-Netze vorzunehmen, muss E-Plus andere Wege einschlagen. Die drei Mobilfunkanbieter planen bereits, ab 2011 die Netze soweit ausgebaut zu haben, dass man schon Anfang nächsten Jahres erste LTE-Tarife anbieten wird. E-Plus hängt dann zwar etwas hinter her, hat jedoch bereits andere Pläne, wie man am LTE-Geschäft trotzdem mitverdienen kann.

So war es E-Plus selbst, welches nicht mehr als 500 Millionen Euro für die Ersteigerung der Frequenzen ausgeben wollte, so dass man leer ausging. Doch man ersteigerte anstatt der begehrten 800 Mhz-Frequenzen andere Frequenzen und versucht diese bestmöglich zu nutzen. Dadurch, dass E-Plus viel Geld bei der Auktion einsparte, plant man nun, dieses in Kooperationen mit anderen Mobilfunkanbietern einzusetzen. Demnach möchte man mit der Konkurrenz zusammenarbeiten und auch mobiles Internet anbieten: Nämlich dort, wo das vorhandene Netz nicht genügend Abdeckung bietet.

Ein Problem stellt sich E-Plus jedoch dabei. Die vorhandenen Frequenzen im UMTS- und GSM-Bereich sind zwar für die neuen Technologien wie LTE und WiMAX geeignet, jedoch ist die Reichweite extrem eingeschränkt, so dass möglicherweise nicht alle ländlichen Regionen versorgt werden könnten. E-Plus will zukünftig mit T-Mobile zusammenarbeiten und spezielle Lösungen für ländliche Regionen anbieten.

Beim Rennen um die begehrten Frequenzen haben die drei anderen Mobilfunkanbieter gleiche Voraussetzungen, jedoch gehen Experten davon aus, dass sich zunächst T-Mobile und Vodafone anfangs durchsetzen werden und als erstes LTE-Tarife anbieten werden. Etwas zeitlich verzögert wird dann auch O2 entsprechende Tarife mit LTE-Übertragung anbieten. Wer dann langfristig das Rennen machen wird, wird sich in den nächsten Jahren zeigen.

Wird Vodafone der erste Anbieter für LTE in Deutschland? Nein, vorerst schickt man die 4G-Technologie nur als Testballon ins Rennen. Gemeinsam mit dem Land Nordrhein-Westfalen, dem Westdeutschen Rundfunk (WDR) und der Landesanstalt für Medien in NRW hat der in Düsseldorf ansässige Netz-Anbieter Vodafone ein LTE-Pilotprojekt gestartet. Der LTE-Test soll ausloten, wie weit sich LTE in Zukunft für mobiles Breitband-Internet in ländlichen Regionen nutzen lässt.

Die Mobilfunktechnik Long-Term-Evolution (LTE) gilt als Nachfolger von UMTS und soll künftig zehnmal mehr Anwender erreichen und neben der Mobilfunk-Telefonie auch mobile Datendienste ermöglichen. Für die Übertragung der Inhalte sollen Frequenzen genutzt werden, die durch die Digitalisierung der TV-Übertragung frei geworden sind. “Ich verspreche mir durch die Zusammenarbeit von Vodafone und dem WDR ein großes Potential an neuen Geschäftsmodellen, die für die Weiterentwicklung konvergenter Endgeräte unabdingbar sind”, kommentierte NRW-Medienminister Andreas Krautscheid den gemeinsamen Pilotversuch.

Nahezu alle großem Mobilfunkanbieter wie Alcatel-Lucent, Ericsson, NEC, NextWave Wireless, Nokia, Nokia Siemens Networks und Sony sind in die LTE Entwicklung involviert. Als erstes Unternehmen hat Samsung ein kommerzielles LTE Endgerät auf den Markt gebracht. Der LTE USB Stick von Samsung beherrscht ausschließlich LTE, ist also nicht in der Lage einen Handover in ein 3G Netz durchzuführen, und arbeitet im 2,6 GHz Bereich. Verkauft wird er derzeit mit Verträgen für die LTE Netze in Oslo und Stockholm.
Aufgrund der derzeit noch unklaren Situation, wie die LTE Sprachübertragung technisch umgesetzt wird, sind LTE Handys frühestens Mitte 2010 zu erwarten, wahrscheinlicher ist jedoch Ende 2010. Gerüchten zufolge ist das derzeit in der Entwicklung befindende nächste iPhone 4g LTE fähig.
Die LTE Verfügbarkeit und erste Installationen, national und international werden in unserem LTE Atlas dokumentiert.